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Trotz zahlreicher Besetzungswechsel bis in die 90er Jahre hinein blieben Motörhead immer aktiv. Album folgte auf Album, Tournee auf Tournee, der internationale Erfolg wuchs stetig. Mit ihrem fünften Longplayer „Ace of Spades“ von 1980 und der gleichnamigen Single, einem der größten Klassiker der harten Musik, gelang ihnen der kommerzielle Sprung in die USA, wo die Band seit 1990 lebt. In diesen wilden, auch persönlich ausufernden Jahren war Kilmister die einzige Konstante: ein kluger, gleichwohl kontroverser Charakter, der in Interviews und seinen Songtexten kein Blatt vor den Mund nimmt. Immer wieder werden seine clever-zynischen Texte über gesellschaftliche Vorgänge und politische Missstände sogar für akademische Abschlussarbeiten herangezogen.
Zu Beginn der 90er Jahre kam Ruhe in die Band. Seit 1992 ist das Line-up konstant und besteht neben Kilmister aus Gitarrist Philip „Wizzo“ Campbell und Schlagzeuger Mikkey Dee. In dieser Formation wurden seither zehn Studioalben aufgenommen. Dabei zeigten sich Motörhead gerade mit den letzten beiden Werken „Kiss of Death“ und „Motörizer“ von einer Frische und Leidenschaft, die schlichtweg begeisternd ist.
Hiervon berichtet auch der kürzlich fertig gestellte Dokumentarfilm „Lemmy“ des Regisseurs Greg Oliver, der im März auf dem ‚South By Southwest’-Festival in Austin uraufgeführt wurde. Es ist ein tiefer, intimer Blick in die private und öffentliche Figur des Lemmy Kilmister. Der entfaltet seine intensive, überwältigende Kraft bis heute vor allem im Konzert. Live wirkt Kilmister wie ein junger, wütender, vor Energie strotzender Sohn seiner selbst. Eine Motörhead-Show ist und bleibt ein besonderes, unvergessliches Ereignis – und Kilmister trägt mit Recht den Titel als lebende Legende eines Musikstils, den er einst mit erfand.
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